Als ich ein Pinguin wurde!

Hallo!
Darf ich mich vorstellen? – Ich bin die Marlene.
Die Marlene Sophie Kestenbaum und ich gehe in die Pinguingruppe.
Ich bin jetzt ein Jahr dabei und ich bin topfit, was die Regeln
betrifft, solange niemand von mir verlangt, dass ich mich daran halte. Also
wenn Ihr Fragen habt, kommt zu mir. Ich weiß bescheid.
Ein Pinguin zu sein, ist wirklich klasse. Wusstet Ihr, dass die
eigentlich Vögel sind? Die sind ganz schnell. -Flitz!- „Wie Papa mit seinem
MacCabrio.“
Mein Kindergartenanfang verlief klasse. Ich gehe da gerne hin und
ich habe Mama auch schnell erklärt, dass ich solange bleiben will, wie die
Vivi. Vivi... meine Freundin. Sie zog mir die Schuhe aus und begrüßte mich
morgens mit einem Küsschen. Sie hatte mich so lieb, dass sie meine
Schwester sein wollte. Ohne Vivi lief die ersten Monate gar nichts. *träum*
Mit Vivi ging es so lange gut, bis sie Moritz kennenlernte. Danach
behauptete sie, sie hätte ihn abgekauft und er wäre jetzt ihr Bruder. Das
konnte ja wohl nicht wahr sein. Da hörte man mich häufig sagen: "Moritz
ist MEIN Bruder. Der gehört ihr überhaupt nicht. Vivi darf das nicht
sagen!" Auch diese Zeit ging vorbei.
Ja, aller Anfang ist schwer,
das muss ich nach einem Jahr schon mal feststellen. Vivi und ich sind immer
noch gute Freunde, der Roman ist dann auch noch dazugekommen und zu dritt
waren wir das Chaos in Perfektion. Katja, Alex und Yvonne lieben uns dafür
und natürlich die anderen Betreuer und Zivis auch. (Zivis sind klasse, die
kann man herrlich um den Finger wickeln!) Wie auch immer, ich bin so die
laute Sängerin in der Gruppe. Stillsein geht bei mir nicht und so ein
flottes Liedchen auf den Lippen hat ja noch nie geschadet – leider teilen
nicht alle diese Meinung mit mir. Wie sagte ich so schön: „Es gibt Freunde zum Quatschmachen, zum Spielen und manche Freunde
sind einfach nur lieb.“
Meinen Freund Sebastian habe ich jetzt nach den Sommerferien in die Schule
begleitet. Ich vermisse ihn, jetzt ist keiner mehr da, der an den Haaren reißt.
Aber zum Abschluss hat er mir noch einmal in die Wange gebissen, das sind
seine Küsse. „Es hat gar nicht
wehgetan, der macht das nur so. Wie der Moritz, mein kleiner Bruder, der
macht auch Dinge, die man einfach nicht ändern kann. Ich hab ihn trotzdem
lieb.“
Diesen Sommer habe ich
richtig Sport gemacht. Zuhause Turnen und Schwimmen und im Kindergarten
Reiten. Ich hab so gar ein dickes Lob bekommen von Esther als ich 2 Runden
auf meinem Pony freihändig, kniend geritten bin! „Tia, wenn ich will, kann ich alles.“ Aber darauf war ich auch
ganz stolz und ich zeig es Mama immer gerne auf meinem Schafhocker! Ich bin
ja immer gerne ein Ritter und ein Ritter hat ein Pferd, deshalb habe ich
Mama auch gesagt, dass sie dem Weihnachtsmann schreiben soll, dass ich mir
eine Ritterrüstung wünsche. „Dann
muss er mir nur noch das Pferd dazuschenken.“ Denn Reiten, das kann
ich ja jetzt schon.
Der Kindergarten ist toll. Ich gehe da gerne hin. Und du?
Gehörst
du auch schon dazu?
[anlässlich des 10jährigen Jubiläums ihres Montessori-Kinderhauses]